Braunschweig
Kurze Aufenthalte 1868, 1872, 1874, 1881, 1886, 1892
Braunschweig war für Wilhelm Busch mehr oder weniger Reisestation. Mit dem Münchner Freund Lorenz Gedon verabredete er sich, um mit ihm über Hildesheim nach Kassel zu fahren.
Einmal traf er in Braunschweig seinen Freund Ernst Hanfstaengl. Und ab und zu lag Braunschweig auf dem Wege, wenn er zu seinem Bruder Gustav nach Wolfenbüttel fuhr.
Den Sonntag Morgen fuhren wir nach Braunschweig, wo wir das berühmte Onyxgefäß besahen, welches der Her-
zog Karl bei seiner Flucht bekanntlich eingeschoben und mitgenommen, und welches die Stadt Genf nun wieder herausgegeben hat. Es ist aus einem einzigen braunen Stein herausgearbeitet, welcher eine weiße, milchglas-
artige Schicht hat. Diese weiße Schicht ist so klug und listig benützt, daß alle Figuren weiß auf braunem Grunde liegen. Es wird wohl ein einziges Menschenleben nicht ausgereicht haben, um es zu schleifen.
Brief am 11. September 1874 an Erich Bachmann
Braunschweig liegt im Übergangsbereich zwischen dem nördlichenHarzvorland und dem Norddeutschen Tiefland am Nordrand der deutschen Mittelgebirge mit ihren schwach hügeligen Ausläufern in einem von der Eiszeit ausgeformten Tal zu beiden Seiten des Flusses Oker im Bundesland Nieder-
sachsen. 1825 erhielt die Stadt den Status einer landes-
unmittelbaren Stadt. 1833 wurde sie Sitz einer eigenen Kreisdirektion (aus der später der Landkreis Braunschweig hervorging), bevor sie 1850 erneut landesunmittelbar wurde. Ab 1870 gehörte die Stadt endgültig zur Kreisdirektion Braunschweig. 1871 wurde das Herzogtum ein Bundesstaat des Deutschen Reiches.