Hildesheim
Aufenthalte 1848, 1876, 1881, 1886
Auf der Zugfahrt von Lüthorst nach Hannover kam Busch durch Hildesheim. Er traf sich dort mit seinem Jugendfreund Erich Bachmann oder seinem Bruder Hermann. In der Mechtshäuser Zeit fuhr er über Kreiensen und Hildesheim nach Hannover, schätzte die Strecke jedoch nicht so, da es ungünstige Anbindungen gab. In einem Brief am Montag v. Weihnachten 1898 klagte er an Erich Bachmann:
Leider ist die Bahn von Seesen über Gr. Rh. und weiter nach Hildesheim bloß Klingelbahn, die vielfach schlechten Anschluß hat. Daher kann man, wenn auch die Entfer-
nungen z. B. nach Hattorf und Gieboldehausen nur gering sind, doch nicht so schnell reisen, wie man meinen sollt.
In einem Brief an Erich Bachmann vom 14. August 1886 zeigt sich Wilhelm Busch wenig begeistert von moderner Stadtentwicklung:
Ich war nur vor drei Wochen mal auf einen Tag nach Hildesheim, wo ich mit Bruder Hermann zusammentraf, der dort zu thun hatte. Eine merkwürdig schnell auf-
blühende Stadt, worin mich aber natürlich nur das Alterthümliche intreßirt hat.
Hildesheim liegt an der Grenze von Innerstebergland und Hildesheimer Börde überwiegend am rechten Ufer des Flusses Innerste, einem östlichen Zufluss der Leine. 1866 kam Hildesheim mit dem gesamten Königreich Hannover zu Preußen. 1867 trat in der Stadt eine Cholera- Epidemie auf. 1869 wurde die ehemalige Klosterkirche St. Paulus zur städtischen Festhalle ausgebaut. 1885 erhielt Hildesheim den Status einer kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Hildesheim hervorgegangenen Landkreises Hildesheim sowie des aus der Landdrostei Hildesheim hervorgegangenen Regierungsbezirks Hildesheim.