Lüthorst
Wohnort bis 1846 - 47, viele Aufenthalte bis 1897
Wilhelm zog 1846 mit der Familie seines Onkels von Ebergötzen nach Lüthorst. Pastor Georg Kleine konnte in der Lüthorster Pfarre mehr verdienen als in Ebergötzen. Nach der Konfirmation durch den Onkel am 11. April 1847 war diese Zeit für Wilhelm jedoch schon zu Ende. Er ging nach Hannover, um dort zu studieren. Der Onkel blieb bis an sein Lebensende in Lüthorst wohnen. Busch besuchte ihn oft, manchmal über längere Zeiträume, letztmalig 1897 kurz bevor Kleine starb. Auf dem Gedenkstein im Garten des Lüthorster Pfarrhauses findet sich die Inschrift: Wilhelm Busch hatte in Lüthorst von 1846 – 1897 bei seinem Onkel Pastor Georg Kleine seine zweite Heimat.
Lieber Lenbach! Wiedensahl 1. Sept. 83
Ich möchte gern mal wieder was von Dir hören; drum schreibe ich, denn zu sagen habe ich nichts Rechtes. Einem militärischen Spektakelspiel auf unserer Haide ausweichend, besucht ich letzthin meinen lieben alten Onkel Pastor Kleine in Lüethorst am Solling. Das Pfarrhaus wimmelte von Enkelkindern, welche zahllose Äpfel und Butterbröde verzehrten. Am lustigsten war aber dies kleine liebenswürdige Menschenungeziefer im Wald und auf den Bergen anzusehn; unter der Buche, an der Quelle, vor dem großen Flackerfeuer, wo die Kartoffeln drin schmorten.
Lüthorst ist ein Dorf im niedersächsischen Landkreis Northeim mit rund 800 Einwohnern. Die Ortsgründung erfolgte im Frühmittelalter an einer Wegkreuzung. Im Mittelalter war hier der Sitz eines Gogerichts. In der Folge wurde das Dorf zwischen verschiedenen Landesherren immer wieder hin und her geschoben. Schließlich fiel es an die Welfen.
Die Einwohner waren hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig und kamen erst mit den preußischen Agrarreformen zu Landbesitz und selbständiger Wirtschaftsweise.
Kirchturm- und Wehrturm der ehemaligen Burg Lüthorst