Hannover

Studienort 1847 – 1851

Nachdem Wilhelm bei seinem Onkel einen guten Schulabschluss erlangt hatte, ging er nach Hannover, um am Polytechnikum Maschinenbau zu studieren. Es war der Wunsch des Vaters. Wilhelm sollte Ingenieur werden und mit technischen Leistungen die neue Zeit mitgestalten. Anfangs wohnte er bei seinem Onkel Christian Hermann Ebhardt (Justizrat, 1804 – 1884) im Haus Schmiedestraße 33, dann bei seinem Kommilitonen Carl Bornemann. Nebenher richtete er sein Augenmerk jedoch auf die Kunst. Er absolvierte das Anfangssemester eines Kunststudenten. Die Schule und Hannover verließ er kurz vor dem Diplom, um nach Düsseldorf zu gehen und dort Maler zu werden.

Carl Bornemann wollte, wie auch Wilhelm Busch, lieber Maler werden als Ingenieur. Es gelang ihm, den Freund zu überreden, mit ihm zusammen nach Düsseldorf zu gehen. Später folgte Busch einem weiteren Freund und ehemaligem Studienkollegen, August Klemme, nach Antwerpen. Dass Wilhelm Maler werden wollte, war klar. Wäre er jedoch die-
sen Weg auch allein gegangen?! Sicherlich trugen Borne-
mann und Klemme sehr dazu bei, dass er vom „rechten“ Wege abkam und Künstler wurde. Hannover blieb für Wilhelm Busch ein wichtiger Ort. Hier traf er sich mit Freunden und Verlegern. Über Hannover gingen die meisten seiner vielen Reisen.

Sechzehn Jahr alt, ausgerüstet mit einem Sonett nebst zweifelhafter Kenntnis der vier Grundrechnungsarten, erhielt ich Einlaß zur Polytechnischen Schule in Hanno-
ver, allwo ich mich in der reinen Mathematik bis zu Nr. 1 mit Auszeichnung emporschwang. – Im Jahr 48 trug auch ich mein gewichtiges Kuhbein, welches nie scharf geladen werden durfte, und erkämpfte mir in der Wacht-
stube die bislang noch nicht geschätzten Rechte des Rau-
chens und des Biertrinkens… Nachdem ich drei bis vier Jahre in Hannover gehaust, verfügt ich mich, von einem Maler ermuntert, in den Düsseldorfer Antikensaal, 

bilanzierte Busch in seiner Autobiographie Was mich betrifft (1886).

Hannover ist seit der Gründung des Bundeslandes Hauptstadt von Niedersachsen. Die Großstadt mit aktuell rund 530000 Einwohnern ist unter dem Namen Hannover 1150 erstmals urkundlich erwähnt, war ab 1814 Hauptstadt des Königreichs Hannover und zwischen 1866 und 1946, nach dessen Annexion durch Preußen, Hauptstadt der Provinz Hannover.

Die Universitätsstadt ist durch die Hannover-Messe sowie die IT-Fachmesse CeBIT international bekannt. Als bisher einzige deutsche Stadt durfte Hannover im Jahr 2000 die Weltausstellung EXPO ausrichten.