Mechtshausen
Wohnsitz von 1898 bis zu Wilhelm Buschs Tod 1908
Nach Wiedensahl ist Mechtshausen die zweite und letzte Heimat für Wilhelm Busch. Auch seinen Ruhestand verbrachte er zurück gezogen. Die Mechtshäuser sahen den berühmten Mann selten im Dorf, eher beim Spaziergang durch die Feldmark oder auf seiner Lieblingsbank am Waldrand. In seinen letzten zehn Lebensjahren reiste er noch, meistens zu Freunden oder Verwandten.
Nach seinem Tod am 9. Januar 1908 wurde er auf dem Dorffriedhof beigesetzt.
Im Sommer 1898 wurde der Pfarrer Otto Nöldeke, Buschs Neffe, auf die Pfarrstelle in das damals wie heute fast 500 Einwohner zählende Mechtshausen versetzt. Das Pfarrhaus, das am Dorfrand steht, war so geräumig, dass nicht nur die Pastorenfamilie einzog, sondern auch bald die Mutter Fanny und deren Bruder Wilhelm.
Von Anfang an genoss der Sechsundsechzigjährige die Naturnähe dieses Ortes: den großen Obstgarten neben dem schlichten Fachwerkbau mit Blick auf den Heber und den nahe gelegenen Wald.
Heute wird wohl mein Neffe aus Hunteburg in das Pfarrhaus zu Mechtshausen einrücken. Der kleine Ort liegt hübsch in der Nähe des Harzes, nicht sehr weit von Hattorf entfernt. Meine Schwester, die natürlich gern bei ihren Kindern und Großkindern sein will, zieht auch da hin, und – wo meine Schwester bleibt, da bleib ich auch. So denken wir denn etwa anfangs November unser altes Wiedensahl mit Mechtshausen zu vertauschen,
schrieb Busch am 30. August 1898 an Johanna Kessler.
Mechtshausen ist eine Ortschaft mit 450 Einwohnern, die seit 1974 zur Stadt Seesen am Harz gehört. Sie liegt am Ost-
rand des Heber. Schon zu Buschs Zeit war Mechtshausen ein kleines verwinkeltes ruhiges Dorf mit kleinem Dorfplatz abseits der großen Verkehrsströme. Das Pfarrhaus, in den Wilhelm Busch 1908 starb, ist heute ein Museum.
Eine Besonderheit bietet das Dorf jeweils am 23. Dezember: Der Weihnachtsmann und sein Gefolge besuchen alle Kinder (bis zum neunten Lebensjahr) und erfreuen sie mit einem Geschenk.