Fanny Busch

* 14.3.1834 in Wiedensahl, † 23.1.1922 in Lüthorst

Schwester Fanny konnte ihrem Bruder Wilhelm nicht die Ehefrau ersetzen, aber das Schicksal machte die Geschwister zu einem besonderen Paar. Nach dem Tod des fast 30 Jahre älteren Ehemannes Hermann Nöldeke (16.8.1805 – 27.8.1878) übernahm Wilhelm Busch die Vaterrolle für ihre drei kleinen Jungen und die Unterstützerrolle für die junge Witwe. Anfangs war es für ihn bequem, wenn er – von seinen Reisen kommend – bei der Familie Nöldeke sein Quartier fand. Später wurde das Zusammenleben mit der Schwester zur Gewohnheit – einer für beide so erträglichen Gewohnheit, dass sie diese auch im hohen Alter nicht aufgeben mochten.

Wie Wilhelm wurde auch Fanny vom Onkel Georg Kleine unterrichtet und konfirmiert. Sie heiratete 1859 den Wieden-
sahler Pastor Hermann Nöldeke. Die Familie lebte mit drei kleinen Jungen im Wiedensahler Pfarrhaus, als Wilhelm 1872 zu ihnen zog. Für seineNeffen Hermann (1860 – 1932), Adolf (1865 – 1919) und Otto (1867 – 1948) übernahm er nach dem Tod des Schwagers die Vaterrolle, was auch eine großzügige finanzielle Unterstützung einschloss.

Buschs Ölgemälde ”Fanny mit Kopftuch“Wilhelm portraitierte seine Schwester mehrfach

Mit Schwester und Neffen siedelte Wilhelm Busch ins Pfarrwitwenhaus. 20 Jahre später erfolgte der letzte Umzug: 1898 verließen Fanny und Wilhelm Wiedensahl für immer. Sie zogen zu Otto ins Pfarrhaus nach Mechtshausen.