Hunteburg
Besuche zwischen 1894 und 1898 beim Neffen Otto Nöldeke
Wilhelm Busch kam zwischen 1894 und 1897 zu mehreren längeren Aufenthalten nach Hunteburg, wo sein Neffe Otto Nöldeke als evangelischer Pastor amtierte.
Später zog die Familie nach Mechtshausen. Dort fand Busch dann seinen letzten festen Wohnsitz.
Meinerseits war ich, jedesmal bloß auf ein paar Täg, in Celle und in Wolfenbüttel, und zuletzt in Hunteburg, um hier den kleinen Großneffen, genannt Martin, der nun bereits 8 Wochen alt wird, zu besuchen und kennen zu lernen. Recht drollig, fürwahr, so ein klein winziges Menschenwürmchen! Aber er weiß, was er will. Trinken ist sein Bestes. Wird er nicht prompt bedient, gleich ist er ungnädig. Toilette dagegen macht er nicht gern, sondern sträubt sich mit Hand und Fuß; Doch da hilft kein Strampeln nicht; / Reinlichkeit ist Menschenpflicht.
Brief am 6. Okt. 1895 an Nanda Kessler
Hunteburg, erstmalig 1324 erwähnt, liegt in Niedersachsen südlich des zweitgrößten Binnensees Dümmer und nördlich des Wiehengebirges. Es gehört zur Gemeinde Bohmte im Landkreis Osnabrück. Im Zentrum des Ortes steht die evangelisch-lutherische Matthäuskirche aus dem Jahr 1815. Im Jahr 1248 wurde erstmals das Rittergeschlecht von Schwege erwähnt, das auf einem gleichnamigen Gut seinen Stammsitz hatte. Die Burg Hunteburg gehörte zu einer Reihe von Stiftsburgen, mit denen die Osnabrücker Bischöfe im 13. und 14. Jahrhundert die Grenze ihres Hochstifts sicherten. Die heutige Grund- und Hauptschule Hunteburg ist vor einigen Jahren nach Wilhelm Busch benannt worden.