Bückeburg
Tagestouren zwischen 1856 und 1898
In Bückeburg gingen Buschs Neffen, die drei Nöldeke-Söhne, auf das Gymnasium Adolfinum. Sie waren in einer Pension untergebracht, wo sie auch ihre Mahlzeiten einnahmen.
Ihre Mutter, Buschs Schwester Fanny, hielt sich tageweise bei ihren Söhnen auf, während Wilhelm Busch die Neffen dort ab und zu besuchte.
Liebe Dora!
Ich bin diesmal deinen Wünschen zuvor gekommen. Ist das nicht seelengut von mir? Bereits am vorigen Sonntag war ich in Bückeburg bei Frau König. Mein neuestes opusculum schicke ich mit; freilich ungebunden. Wäre ein Buchbinder hier, so hätt ich’s Dir binden laßen. Wahrhaf-
tig! Nächsten Monat geh ich mit dem Neffen Hermann an die See. Den Ort hab ich noch nicht bestimmt. Wem’s nicht gut geht und nicht schlecht, der scheint mir zwischen diesen Extremen nicht ganz unbehaglich in der Mitte zu sitzen. Herzlichen Gruß von Deinem getreuen Vetter Wilhelm Busch. Brief an Dora Ebhardt, 17. Juni 1876
Bückeburg ist eine Stadt im niedersächsischen Landkreis Schaumburg. Sie war seit 1640/47 Residenzstadt der Graf-
schaft Schaumburg-Lippe, ab 1807 des gleichnamigen Fürstentums und von 1919 bis 1946 Hauptstadt des republi-
kanischen Freistaats. Bückeburg liegt am Höhenzug Harrl und grenzt westlich, südlich und nördlich unmittelbar an das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Zur Zeit des Fürsten Adolf Georg wurde Bückeburg preußische Garnison. Zwischen Ulmenallee und Bergdorfer Straße entstand 1867 die Jäger-
kaserne für das Westfälische Jägerbataillon. Nicht weit davon entfernt wurde an der Ulmenallee in den Jahren 1874 bis 1876 das Gymnasium Adolfinum errichtet.