Margarete „Grete“ Meyer
* 1879, † 1974
Eine junge Verwandte war in den letzten Jahren Buschs bevorzugte Briefpartnerin: Grete Meyer studierte Musik in Münster. Ihre jugendliche Fragefreudigkeit muss ihm gefallen haben. Der hübschen Frau schrieb er in 15 Jahren mehr als 100 Briefe, die sie für die Nachwelt rettete und damit einige wesentliche Äußerungen des Mannes, der sich so gern versteckte.
Sie half ihm dabei, an seinen begehrten Scaferlati Tabak und seine Job-Blättchen zu kommen.
Margarete Meyer war die Enkelin von Pastor Georg Kleine. Sie war die Schwester von Else Meyer, der Frau von Buschs Neffen Otto Nöldeke.
Die Eltern: Oskar und Helene Meyer
Zwölf Mal weilt Busch in Münster und besuchte den Backfisch in deren Elternhaus und später im Hause ihres Gatten Prof. Andreas Thomsen, der ihn in den Civil Club Münster einführte.
Von Münster sind ihm die Glocken in Erinnerung geblieben. Das katholische Brummen, ewige Läuten und die langen Prozessionen besah er sich mit Vergnügen. Er, der klerikale Bigotterie karikierte wie in Der Heilige Antonius von Padua, das zunächst wegen Blasphemie verboten wurde. Aber Grete hat ihren treuen Onkel Wilhelm offensichtlich altersmilde gestimmt. Bei ihr in Münster sucht Busch die Ruhe vor dem Rummel um seinen 75. Geburtstag.
Von hier schreibt er als Dankesgruß sein Gedicht Abschied.
Grete Meyer ist die letzte Freundin, die, kurz vor seinem Tod, Wilhelm Busch zusammen mit ihrem Ehemann in Mechts-
hausen besuchte. Gretes wenige Monate alte Tochter Hilde war kurz zuvor an einer Lungenentzündung gestorben.
Busch findet tröstende Worte. Zwei Tage vor seinem Tod, dem 9. Januar 1908, wollte er mit Grete nach Hannover fahren. Die Reise wurde abgesagt, weil es ihm nicht gut ging.
Der letzte Brief an Grete, datiert keine 14 Tage
vor Wilhelm Buschs Tod: