Celle
Ein- bis vierwöchige Besuchs-Aufenthalt zwischen 1879 und 1898
In Celle war Wilhelm Busch häufig zu Gast. Er besuchte seinen Bruder Hermann, der am Gymnasium Mathematik und Naturwissenschaften unterrichtete. Hermann Busch war der jüngste Bruder und derjenige, mit dem Wilhelm sich am besten verstand. Beide reisten gerne und verbrachten zusammen mehrere Sommerurlaube auf der Insel Borkum.
In Celle wird er das 1892 eingerichtete Bomann-Museum und das Schloss besichtigt haben.
Den Sonnabend fuhr ich mal nach Celle. Das Wetter wurde schön, ich beschloß noch bis Montag zu bleiben. Aber ich hatte keine Freud davon; denn mein alter Husten und Schnupfen kriegte mich beim Kragen und hat mich heut noch nicht wieder los gelaßen. Sonst ging es in Celle ganz gut, bis auf kleinere Übel, wie etwas Zahnweh bei Tante, verdorbenen Magen bei Paula und Husten bei Albert. Onkel Hermann hat den Direktor zu vertreten, der synodelt.
Busch-Brief vom 15. November 1893 an Adolf Nöldeke
Celle gilt als südliches Tor zur Lüneburger Heide und ist eine Stadt mit einer pittoresken Altstadt mit mehr als 400 gut erhaltenen Fachwerkhäusern und einem Schloss im Stil der Renaissance und des Barocks. Die Stadt liegt im Urstromtal der Aller. In der über Jahrhunderte vom Militär dominierten Stadt wurde im Jahre 1842 die Cambridge-Dragoner-Kaserne für das gleichnamige nach Adolphus Frederick, 1. Duke of Cambridge benannte hannoversche Regiment errichtet. 1892 wurde das Bomann-Museum mit wichtigen volkskundlichen und stadtgeschichtlichen Sammlungen gegründet, welches auch Wilhelm Busch besuchte.