Anfang 1872 kehrte Wilhelm Busch wieder einmal zu einem Aufent-
halt in sein Elternhaus ein. Im Laufe des Sommers reifte sein Ent-
schluss, nicht nach Frankfurt, wo er seit 1868 zeitweilig gelebt hatte, zurückzukehren, sondern vorläufig in Wiedensahl zu bleiben. Im Herbst des Jahres nahm er daher im Pfarrhaus bei Schwester Fanny und Schwager Pastor Hermann Nöldeke zwei Zimmer. In diesem Winkel vor der Tür der großen Welt fand er die Ruhe für sein weiteres Schaffen:
Die letzten drei Wochen, die mein Schwager und meine Schwester mit den Kindern im Harze zugebracht, hatte ich die Zügel des geistlichen Regiments allein in Händen. Es war unglaublich still und einsam; ein Zustand, den ich nicht ohne ein gewißes Behagen ertragen und genoßen habe,
schrieb Busch am 23. August 1874 aus dem Pfarrhaus an Johanna Kessler.
Das heutige Alte Pfarrhaus im Dorf ist das älteste noch erhaltene Pfarrbauernhaus im Stil der Niedersachsenhäuser. Wilhelm Buschs Schwager, Pastor Hermann Nöldeke, war der letzte Inhaber der Pfarrstelle, der den Hof noch selbst bewirtschaftete. Der vordere Scheunenflügel ist um das Jahr 1550 gebaut, der zweigeschossige Wohnflügel im Jahre 1713. Dieser diente bis 1967 als Wohnung des Pastors. Der ganze obere Bereich beherbergt heute ein Museum mit der heimatgeschichtlichen Sammlung von Oswald Klose. Einge-
schlossen sind auch die Räume, in denen Wilhelm Busch von 1872 – 1879 lebte. Das untere Geschoss im Wohnflügel, besonders die Wohndiele, ist noch so erhalten, wie sie auf Buschs Bildern dar-
gestellt ist. Der vordere Teil des Hauses ist in den vergangenen Jahren mit Hilfe der Landeskirche Hannover saniert worden und dient der Gemeindearbeit.