Schneekoppe/Riesengebirge
1882
Nach einem Bericht von Heinrich Pohl, Koppenwirt in 3. Generation, besuchte auch Wilhelm Busch die Schneekoppe. Er hatte schon mit dem Wetter Pech. Nebel war am ganzen Tage – und der Aufstieg eine Plage. Als er oben ankam: Hier nun auf der höchsten Spitzen Preußens, wollt acht Tag ich sitzen – oben, dacht ich, hast du Ruh – schrumm! schließt Pohl die Bude zu! – Busch verewigte sich noch schnell im Fremdenbuch mit dem Segenswunsch: Darum sei auch dieser Klause, – bleibt der Wirt auch nicht im Hause – Glück und Segen, Lust und Freud` einbeschert für allezeit! -Dies der Wunsch und nun der Schluß, viel Vergnügen – Wilhelm Busch.
Der Bericht des Baudenwirtes mag stimmen, es war jedoch der falsche Wilhelm Busch, der die Verse ins Gästebuch schrieb. Der Echte äußerte sich am 15. Oktober 1900 dazu:
Es freut mich, Ihnen bestätigen zu können, daß die betref-
fenden Verse im Fremdenbuch der Schneekoppe nicht von mir sind. Auch sonst schon bin ich mit albernen Fälsch-
ungen meines Namens bedacht worden, aber die Thäter haben sich immer feig versteckt gehalten. Da ist nun die-
ser „Hirsch“ ein edleres Thier. Er hat wenigstens nach-
träglich den Muth gehabt, seine Thorheit zu bekennen, und wenn er sogar obendrein stolz darauf ist, so darf ihm das wohl von Herzen gegönnt werden. Hochachtungsvoll Wilh. Busch.
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Die Schneekoppe ist mit 1602 Metern die höchste Erhebung im Riesengebirge und der höchste Berg der Sudeten. Über den Gipfel verläuft die Staatsgrenze zwischenPolen und Tschechien. Die ersten nachweisbaren Gipfelbesteigungen wurden in der Mitte des 15. Jahrhunderts durchgeführt. 1800 bestieg das preußische Königspaar, Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, anlässlich eines Besuchs im Riesenge-
birge den Berg. Ende 1899 wurde auf dem Gipfel durch den preußischen Staat die höchste Wetterwarte nördlich der Donau eingerichtet. Im Erdgeschoss befand sich die Wohn-
ung des Beobachters, im zweiten Stock die Dienstzim-
mer und darüber ein Observatorium.