Mailand
Zweite Italienreise 1886
Mailand lag auf dem Reiseweg, als Wilhelm Busch 1886 zum zweiten Mal in Italien war. Sein Malerfreund Franz von Lenbach hatte ihn nach Rom eingeladen. Nach der Rückkehr schrieb er am 27. April 1886 an Lenbach:
Nachdem ich in Mailand bei kühlem Regen das wunder-
same Fischgeripp des Doms mit seinen bleichen, zierlich-
en Gräten betrachtet, aber vergebens auf so schöne Men-
schen, wie in Rom, gewartet hatte, fuhr ich gegen Abend den Bergen zu. All die Tunnel- und Brückenwirthschaft verschlief ich und trank dann in Flüelen bei gutem Humor einen schlechten Kaffee.
Mailand liegt in der Poebene und ist von den Flüssen Olona im Westen und Lambro im Osten umgeben. Die – heute unterirdisch – auch in großen Teilen der Innenstadt ver-
laufenden Schifffahrtskanäle (die unter Mitwirkung von Leonardo da Vinci entworfenen Navigli) verbinden die Stadt mit den oberitalienischen Seen und den lombardischen Flüssen und waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von maßgeblicher Bedeutung für die Mailänder Wirtschaft. Mailand ist neben Rom das wichtigste wirtschaftliche Zen-
trum Italiens. Das Museo Bagatti Valsecchi ist ein Haus-
museum des 19. Jahrhunderts mit Kunstsammlungen aus der italienischen Renaissance.