Loccum

Regelmäßige kurze Besuche im zehn Kilometer entfernten Loccum

Das zehn Kilometer von Wiedensahl entfernt gelegene Dorf Loccum gehörte für Wilhelm Busch zur näheren Umgebung. Sein Vater hatte dort eine Kaufmannslehre absolviert, bevor er sich in Wiedensahl nieder ließ. Auf der Suche nach alten Wappen durchstreifte Busch das Kloster und die große Kirche.

Sein Bruder Adolf benannte seinen in Wiedensahl produ-
zierten Kräuterlikör nach der Lucca Abtei. Neffe Hermann besuchte dort für zwei Jahre das Predigerseminar. In dieser Zeit kam Busch gelegentlich auf Kaffee und Vesper vorbei.

Bei einem Wirthe in Loccum sah ich zu meinem freudigen Schrecken, der aber glücklicherweise nicht tödtlich war, eine Unzahl von alten Wappen auf Glas gemalt und einige in Holz geschnitzt. Ich glaubte schon einige Acquisitionen für Sie machen zu können; aber bei näherer Besichtigung fand ich, daß die überwiegende Mehrzahl aus unadligen Wappen bestand,

Brief am 01. November 1855 an Friedrich Warnecke

Loccum liegt rund 2,5 Kilometer östlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen etwa 50 Kilometer nordwestlich von Hannover in der Nähe des Steinhuder Meers. Es befindet sich westlich der Rehburger Berge. Das 1163 gegründete Zisterzienser-Kloster Loccum ist in seiner Schlichtheit eines der am besten erhaltenen seiner Art in Deutschland. Seit etwa 1600 ist es lutherisch.

Die vom 9. bis zum 12. Jahrhundert bestehende Luccaburg war eine kleine frühmittelalterliche Niederungsburg in der Bauweise einer Turmhügelburg. Ihre Reste finden sich 1 km südlich des Klosters Loccum, für das sie namensgebend war.