Bruchsal

Reise 1873

In Bruchsal besuchte Wilhelm Busch seinen Verleger Otto Bassermann und machte Ausflüge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten.

So geht’s, wenn man nirgends feste Wurzel gefaßt hat. Eine Art von Geschäftsreise führte mich nach Heidelberg, wo ich acht Tage unter weißen Regenwolken saß, wie der Bleisoldat in der Schachtel, die mit Watte zugedeckt. Trotzdem machte ich Ausflüge nach Schwetzingen und Bruchsal, wo ein feenhaftes Rococcoschloß ist,

schrieb Busch am 15. Juni 1873 an Friedrich Warnecke

Bruchsal liegt am Rande der Oberrheinischen Tiefebene und des Kraichgaus an der Saalbach, einem kleinen Nebenfluss des Rheins. Das Bruchsaler Schloss im barocken Stil, ehemalige Residenz der Fürstbischöfe von Speyer, wurde ab 1720 nach Plänen des kurfürstlichen Oberbaudirektors Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Groenesteyn errichtet. Es handelt sich im Kern um eine Dreiflügelanlage, die auf Planungen des kurmainzischen Oberbaudirektors Maxi-
milian von Welsch zurückgeht. Nach mehrfachen Plan-
änderungen wurde das zentrale Treppenhaus – was im Barock als gelungensten Lösungen gilt – durch Balthasar Neumann (übernahm 1731 die Bauleitung) errichtet.