Göttingen

Mehrtägige Besuche 1870, 1876, 1880, 1884

Wilhelm Buschs Besuche in Göttingen hatten verschiedene Gründe. Seinen Neffen Hermann Nöldeke besuchte er während dessen Theologiestudiums an der Universität. Mit seinem Verleger Otto Bassermann traf er sich dort, um Geschäftliches zu besprechen, manchmal in Gebhardt’s Hotel in Bahnhofsnähe.

Auch Ebergötzen liegt nicht weit entfernt. Wenn er dort seinen Freund Erich Bachmann besuchte, ging die Reise über Göttingen. Erich holte ihn dann vom Bahnhof ab. Auf der Durchreise von Frankfurt nach Wiedensahl machte Busch manchmal in Göttingen Station.

Vorigen Sonnabend kam ich wieder in Göttingen an, fuhr mal zu einem Stück staubigen Manoeuvers hinaus, wo ich dem Neffen Hermann (der bestens grüßt!) aus der Roth-
sponflasche zuprostete, und bin seit Dienstag Abend wieder hier – wie lange, wißen die Götter und Göttinnen,

schrieb Busch am 4. September 1880 an Georg Hesse

Göttingen liegt im Süden der Europäischen Metropolregion (EMR) Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Die Industrialisierung setzte in Göttingen relativ spät ein. Erst ab dem 20. Jahrhundert spricht man von einem Vordringen der industriellen Produktionsweise in der Stadt. Durch die Uni-
versitätsnähe, die inzwischen zu einer weltweit geachteten Hochburg der Naturwissenschaften aufgestiegen war, ent-
wickelte sich in Göttingen die feinmechanische, optische und elektrotechnische Industrie, die die Textilwirtschaft als bis dahin wichtigsten Göttinger Wirtschaftszweig ablöste. Die Stadtbevölkerung Göttingen begann seit den 1870er-Jahren zu wachsen. 1875: 17.000 Einwohner, 1900 waren es 30.000.