Dr. phil. Otto Busch

* 18.2.1841 in Wiedensahl. † 15.6.1879 in Frankfurt

Rückblickend dankte es Wilhelm Busch seinem Bruder Otto sicherlich, dass er ihn nach Frankfurt geholt und mit der Familie Kessler bekannt gemacht hat. Das, was die beiden Brüder aber direkt miteinander zu tun hatten, wurde zuneh-
mend unerfreulich. Otto mochte nicht mehr Wilhelms Veröf-
fentlichungen korrigieren. Wilhelm schämte sich für ein Buch von Otto, für das er sich bei seinem Verleger Otto Basser-
mann
eingesetzt hatte. Am Ende gab es noch ein Zerwürfnis, das nicht mehr aus der Welt zu schaffen war, weil Otto schon mit 38 Jahren starb.

Otto Busch als junger Student

Otto Busch promovierte als Philologe und war elf Jahre Hauslehrer bei der Bankiersfamilie Kessler in Frankfurt. Der Grund für die vielen Besuche Wilhelm Buschs dort war aber nicht etwa eine besondere Zuneigung zu seinem Bruder, sondern die kunstsinnige Dame des Hauses: Johanna Kessler. Als Otto 1879 in Frankfurt mit 38 Jahren an Krebs starb – er wurde im Familiengrab der Familie Kessler beigesetzt – fuhr Wilhelm Busch nicht zum Begräbnis . Grund dafür mag eine 1877 eingetretene ernste Verstimmung zwischen Otto, Wilhelm und Johanna Kessler gewesen sein. Otto hatte weder Frau noch Kinder.

Otto Busch wurde von Wilhelm zu Korrekturarbeiten seiner Veröffentlichungen herangezogen, z.B. der Bildergeschichte Der heilige Antonius von Padua. Diese Arbeiten für den Bruder wurden Otto auf Dauer zuviel. Ein gespanntes Verhältnis zwischen den beiden entstand, als Dr. phil. Otto Busch durch die Vermittlung seines Bruders Wilhelm bei dessen Verleger und Freund Otto Bassermann ein Buch über Schopenhauer veröffentlichte: „Arthur Schopenhauer – Beitrag zu einer Dogmatik der Religionslosen“. Das Werk hielt schon der Kritik des älteren Bruders nicht Stand und wurde ein Misserfolg.