Hattorf

Kindheitsbesuche; Aufenthalte zwischen 1890 und 1907

Als Jungen waren Wilhelm Busch und Erich Bachmann auch in Hattorf. Dort wohnte ein Verwandter von Bachmann, der Förster Bornebusch. Zu Fuß ging es über Gieboldehausen und den Rotenberg zu diesem Onkel. Bei ihm lernten sie die Söhne des Pastors Soltmann kennen. Die hatten eine Arm-
brust, auf die Busch und Bachmann ein wenig neidisch waren, denn damit konnte man den Bolzen bis oben an den Knopf des Kirchturms schießen. Hattdorf bekam für Busch wieder Bedeutung als 1887 Neffe Hermann Nöldeke und Ehefrau Sophie in das Pfarrhaus einzogen. Bei ihnen fühlte sich Busch sehr wohl und versteckte sich auch an seinem 75. Geburtstag dort, um dem „Rummel“ zu entgehen.

Förster Bornebusch nahm die jungen Gäste mit in den Wald. Er hatte es sogar eingerichtet, dass Busch einmal am Südhang des Rotenberges einen Hasen erlegen durfte, den einzigen in seinem ganzen Leben. Noch im Alter konnte er recht lebhaft davon erzählen, wie er am Waldrand in der stillen Dämmerung wartete, wie plötzlich der Hase auf ihn zugehoppelt sei, sein Männchen gemacht habe und im selben Augenblick von ihm abgeschossen wurde. Der Schuss aus der alten Flinte hat einen Mordslärm gemacht. Sie hätten dann den Hasen nach Ebergötzen mitnehmen dürfen, wo ihn Mutter Bachmann gebraten habe. Im Grunde seines Herzens tat es Busch jedoch leid, dass er den Hasen getötet hatte.

In einem Brief an Otto Nöldeke vom 18. Juni 1887 schrieb Wilhelm Busch:

In Hattorf fand ich das Pfarrhaus mit Umgebung so gemüthlich, wie ich’s noch nirgends gesehn. Das junge Ehepaar schien äußerst zufrieden, und auch Dortchen meinte: es wäre ihr so vorgekommen, als sei sie schon längst dort gewesen.

Hattdorf liegt am südwestlichen Rand des Harzes und wird in Ost-West-Richtung von der Oder durchflossen. Im Jahre 952 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt. Wohnsitz der Herren von Hattorf war eine Burg, die sich auf der Anhöhe gegenüber dem Petersberg befand. Bei Grabun-
gen und Ausschachtungen wurden dort mehrmals Brandschutt und andere kleinere Artefakte gefunden.

In der näheren Umgebung von Hattorf befinden sich die mittelalterlichen Wüstungen Barkevelde, Oy und Varenbroke.