Mittelbrink
Auf Spaziergängen durch den Schaumburger Wald
Von Wiedensahl nach Mittelbrink ist es nur ein Katzen-
sprung. Wilhelm Busch wird auf seinen Waldspaziergängen oft dort vorbei geschaut haben. Die kleine Waldsiedlung war von Handwerkern, Waldarbeitern und einem Förster bewohnt.
In Mittelbrink besuchte Busch Drechsler Breimeier, der auch Spinnräder und Pfeifen herstellte. Sie tauschten dörfliche Neuigkeiten aus. Bei politischen Diskussionen wurden die beiden auch mal laut, dass man es bis auf die Straße hören konnte. Das mag auch am gereichten Willkommensschnaps gelegen haben.
Im Jahre 1768 verfügte Graf Wilhelm zu Schaumburg die An-
lage der Colonie Mittelbrink im Schaumburger Wald für Handwerker und verdiente Soldaten, die mit ihm in Portugal auf Seiten der verbündeten Engländer gegen Spanien käm-
pften. Deshalb spricht man auch von der Portugiesensied-
lung. Jeder Siedler bekam ein Haus und einen Morgen Land kostenlos und musste in den ersten zehn Jahren weder Steu-
ern zahlen noch Dienste leisten. Weil im Boden guter Ton zu finden war, wurden mehrere Töpfereien betrieben. Die letzte stellte Ende des 19. Jahrhunderts ihren Betrieb ein. Die ur-
sprüngliche Struktur der Siedlung ist gut zu erkennen. Zu den ersten zwölf Häusern sind nur wenige dazu gekommen.