Norden

Besuch1898

In Norden besuchte Wilhelm Busch seinen Neffen Hermann Nöldeke, der dort eine Zeit lang mit seiner Familie wohnte und als Lehrer arbeitete. An Grete Meyer schrieb Busch am 30. August 1898 aus Wiedensahl:

In Norden gefiel mir’s gut. Das Wetter war immer so mild, daß wir meist im Garten saßen, mehrmals sogar bis zwölf in der Nacht. Eines Sonntags waren wir auch in Norderney, von wo wir und Vater und Mutter Koch eine schöne Bilderkarte an dich abschickten.

Norden im Nordwesten Ostfrieslands wird seewärts von 27,3 Kilometern Deich begrenzt. Durch Eindeichungen war im Laufe des 19. Jahrhunderts der Zugang der Stadt zum Meer stark eingeschränkt worden. Die Bedeutung als Handelsort sank, wurde aber durch die beginnende  Industrialisierung kompensiert. Es entstanden eine Eisenhütte, eine Schoko-
laden- und eine Zuckerfabrik, Tabak-,  Zichorien-, Essig- und Senffabriken. Der Markt hatte weiterhin überregionale Be-
deutung im Handel mit Vieh, Holz und Getreide. Zum größ-
ten Unternehmen am Ort entwickelte sich die 1806 von dem aus Groningen stammenden Mennoniten Jan ten Doornkaat Koolman gegründete Schnapsbrennerei  Doornkaat.