Mainz

Treffen mit Maria Anderson 1875

Vom Januar bis Oktober 1875 gab es zwischen Wilhelm Busch und der holländischen Schriftstellerin Maria Anderson einen sehr intensiven Briefwechsel mit 50 Briefen, in dem der sonst sehr verschlossene Künstler sich ausführlich zu so unterschiedlichen Fragen wie Wiederge-
burt, Nationalität, Muttersprache, Erbsünde, Erotik, Fami-
lie und Platons Höhlengleichnis äußerte. Um sich persön-
lich kennenzulernen, traf man sich Mittwoch d. 6. Oct. zwischen 6 u. 7 Uhr Nachmittags auf dem Bahnhofe in Mainz.

Ein weiteres Treffen gab es nicht.

Wolfenbüttel, Dienstag d. 28. Sept. 75

Liebe Frau Anderson!  
Am Mitwoch nächster Woche werde ich von Frankfurt nach Heidelberg fahren. Es soll mir auf einen kleinen Bogen nicht ankommen. Wie wär’s, wenn wir an besagtem Mitwoch Abend ein paar Stunden auf dem Bahnhofe in Mainz zusammen verplaudern könnten? – Nennen Sie mir den Zug, mit dem ich Sie erwarten soll.
Ihr W. Busch.

Die Stadt Mainz, gegenüber der Mündung des Mains am Rhein gelegen, ist eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz und bildet mit der  hessischen Landes-
hauptstadt Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppel-
zentrum. Im näheren Umkreis liegen die Großstädte Frankfurt am Main, Darmstadt, Ludwigshafen am Rhein und Mannheim. Die bedeutendste Entwicklung der Stadt geschah durch die Einverleibung des Gartenfelds bzw. den Bau der Neustadt. Dieser löste ab 1872 einen Bauboom und Be-
völkerungszuwachs in der Gründerzeit aus, der allerdings durch den Börsenkrach 1873 vorerst ausgebremst wurde.