Detmold

1883

Wilhelm Busch besuchte die Stadt Detmold 1883 zusammen mit seinem Münchner Freund Lorenz Gedon. Der Archi-
tekt hatte den Ahnensaals des Schlosses neu gestaltet. Bei der feierlichen Einweihung war Busch jedoch nicht dabei. Lag es an dem Schatten der schweren Krankheit, der über dieser Reise schwebte?

Gedon starb noch im gleichen Jahr.

Mit Freund Gedon habe ich neulich in Detmold ein paar heitere Tage verlebt. Er war bei Hof, wie im Wirthshaus, ein vielgefeierter Mann; hat aber auch einen potzwunder-
feinen Saal erbaut, der sich im Glühlicht frei geschwun-
gener Lüster gar stattlich ausnahm. Der Glanzpunkt beim Saalweihfestball soll gewesen sein, als schöne Jungfrauen dem Künstler einen Lorbeerkranz übermittelten, wozu Ihro Durchlaucht die Fürstin höchstselbst das Gedicht verfertigt.

Das schrieb Busch über die Eröffnung des neuen Schloss-Saales am 17. April 1883 an seinen Freund Kaulbach

Detmold liegt in der Region Ostwestfalen-Lippe am Rande des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge. Der Süden des Stadtgebiets wird vom  Teutoburger Wald bedeckt, die eigentliche Stadt liegt aber nördlich davon. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Bürger zu steigendem Wohl-
stand, der sich auch im Stadtbild bemerkbar machte. Die Einwohnerzahl stieg schnell: 1880 hatte Detmold 8.053 und 1910 schon 14.294 Einwohner. Detmold entwickelte sich in dieser Zeit von einer Handwerker- und Ackerbürgerstadt zu einer modernen Landeshauptstadt des Freistaates bzw. Landes Lippe, dass 1947 in das Bundesland Nordrhein-Westfalen eingegliedert wurde.