Heinrich Richter
* 1830, † 1890
Verleger Heinrich Richter, der bisher u. a. die Werke seines weitaus bekannteren Vaters Ludwig ( *18.9.1803 in Dresden, † 19.6. 1884 ebenda) verlegt hatte, lehnte das ihm von Busch kostenlos angebotene Manuskript zu Max und Moritz ab. Der Grund für die Ablehnung waren der Misserfolg der kurz vorher im Verlag erschienenen Bilderpossen. Oft wurde darüber spekuliert, dass nicht Heinrich Richter gegen die Veröffentlichung von Max und Moritz stimmte, sonder der berühmte Maler und Zeichner der deutschen Romantik und des Biedermeiers, Ludwig Richter. In einem Brief vom 29. Juli 1886 an den erster Busch-Biographen Eduard Daehlen, widerlegte Wilhelm Busch selbst diese Legendenbildung:
Daß der alte Richter von der Veröffentlichung des Max u. Moritz ab-
gerathen, ist nicht der Fall. Der Sohn, sehr anständig aber ängstlich, schrieb mir, als ich ihm nach dem Mißerfolg der Bilderpoßen den »Max u. Moritz« umsonst anbot: »er habe ihn seinem Vater und verschie-
denen Malern gezeigt, die sich allerdings sehr darüber amüsirt hätten, aber solche Leute kauften keine Bücher.«
Wilhelm Busch kannte Ludwig Richter persönlich und besuchte ihn einige Male in Dresden.
Im selben Jahr löst sich nach vielen Querelen der Künstlerverein Jung-München auf.