Das Geburtshaus von Wilhelm Busch
Das Haus, in dem Wilhelm Busch 1832 zur Welt kam, hatte sein Großvater, der Wundarzt Georg Kleine, 1817 für 1380 Taler von Johann Diedrich Meyer gekauft. Meyer sicherte sich vertraglich ein lebenslanges Wohnrecht, was die Versorgung, die Krankenpflege und schließlich die Beerdigung einschloss. Das Haus hatte Platz für Kühe und Hühner. An die große Diele mit den Ställen, Kammern und dem Warenlager schlossen sich eine Küche und zwei Stuben an. Nur diese beiden Zimmer des Geburtshauses sind heute noch erhalten. In diesem Wohn- und Wirtschaftsgebäude lebten zum Zeitpunkt der Geburt außer Wilhelms Eltern die Großmutter Amalie Kleine, der Knecht Heinrich Kammeyer, mehrere Mägde und der erwähnte Diedrich Meyer.
Als ich sieben, acht Jahr alt war, durft ich zuweilen mit aufstehn; und im Winter besonders kam es mir wonnig geheimnisvoll vor, so früh am Tag schon selbstbewußt in dieser Welt zu sein, wenn ringsumher noch alles still und tot und dunkel war. Dann saßen wir zwei, bis das Wasser kochte, im engen Lichtbezirk der pompejanisch geformten zinnernen Lampe.
Das schrieb Busch in der letzten Fassung (1894) seiner kurzen Autobiographie Von mir über mich über sein Leben im Geburtshaus.
Hier steht noch ein kurzer Text zum Umzug der Eltern in das neue Haus. Und dazu, von wann bis wann Wilhelm Busch darin gewohnt hat.Das neue Elternhaus in einer Zeichnung von Wilhelm Busch.
Das Geburtshaus stammte aus dem frühen 18. Jahrhundert und sollte, da baufällig, 1927 von der Eigentümerfamilie – Nachkommen von Wilhelm Buschs Bruder Adolf – abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Durch Initiative des Heimatbundes Niedersachsen gelang es, Schlaf- und Wohnzimmer von Wilhelm Buschs Eltern zu erhalten und zusammen mit dem alten Dielenfachwerk in den Neubau zu integrieren. Eine Dienstbarkeit wurde auf dem Grundstück eingetragen. Die Eigentümerfamilie verpflichtete sich, den Zugang zu den Räumen ständig zu ermöglichen.